Aktuelle Informationen bei Verdacht auf Coronavirus-Infektion (SARS-CoV-2)

30.03.2020

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

aufgrund der raschen Veränderungen bei den zu berücksichtigenden Risikogebieten und der teilweise fehlenden Rückverfolgbarkeit der Infektionsketten ist eine frühzeitige Erkennung einer Infektion über die Abklärung von begründeten Verdachtsfällen mit Reise- und Kontaktanamnese hinaus nun auch bei Zeichen einer Viruspneumonie unklarer Ursache frühzeitig einzubeziehen.
Das Ziel der Maßnahmen ist, die weitere Verbreitung des Virus bestmöglich einzudämmen.

Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Die Zahl der Fälle in Deutschland steigt weiter an.

 

Falldefinitionen

Eine spezifische Untersuchung auf die Erkrankung COVID-19 (Corona virus disease 2019) durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 muss entsprechend den Falldefinitionen des RKIs (COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen) durchgeführt werden bei

  • Akute respiratorische Symptome jeder Schwere
    UND Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall bis max.
    14 Tage vor Erkrankungsbeginn

  • Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie
    UND Zusammenhang
    mit einer Häufung von Pneumonien
    in Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus

  • Klinische oder radiologische Hinweise auf eine
    virale Pneumonie ohne Alternativdiagnose
    UND Kein Kontakt
    zu bestätigtem COVID-19 Fall

  • Akute respiratorische Symptome jeder Schwere
    UND Kein Kontakt zu bestätigtem COVID-19 Fall,
    • dafür Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus;
    • oder Zugehörigkeit zu Risikogruppe
    • oder ohne bekannte Risikofaktoren (COVID-19
      Diagnostik nur bei hinreichender Testkapazität)

Wichtige Informationen s.a. Kassenärztliche Vereinigung Hessen (www.kvhessen.de/coronavirus)

 

Meldepflicht

Dem Gesundheitsamt muss der Verdacht auf eine Erkrankung, die Erkrankung, sowie der Tod in Bezug auf eine Infektion mit dem neuartigen SARS-CoV-2 durch den behandelnden Arzt gemeldet (§6) werden. Die Erkrankung ist auch dann zu melden, wenn der Verdacht bereits gemeldet wurde. Die Meldung des Verdachts auf eine Erkrankung hat nur zu erfolgen, falls der Verdacht nach dem Stand der Wissenschaft sowohl durch das klinische Bild, als auch durch einen wahrscheinlichen epidemiologischen Zusammenhang begründet ist (siehe Falldefinitionen). Das Labor ist unabhängig davon verpflichtet, den direkten oder indirekten Nachweis des SARS-CoV-2 namentlichen an das Gesundheitsamt zu melden.

 

Hinweise zur Diagnostik

Zur diagnostischen Abklärung des Verdachtes benötigen wir folgendes Untersuchungsmaterial:

  • 1 eSwab-Abstrich aus den oberen Atemwegen (Oropharynx-Abstrich)

Bitte beachten Sie unsere aktuell eingerichtete DRIVE-IN COVID-19 Teststelle.

Laut Bewertungsausschuss, Änderung des EBM vom 28.02.2020, ist die Untersuchung eines Materials der oberen Atemwege obligat. Somit kann die Untersuchung auf SARS-CoV-2 im ambulanten Bereich aus einer Probe der oberen Atemwege erfolgen. Ein reiner Nasenabstrich ist kein geeignetes Probenmaterial.

Zusätzlich zur Diagnostik auf SARS-CoV-2 sollte an die Abklärung wichtiger Differentialdiagnosen (Influenza A/B oder andere respiratorische Erreger) gedacht werden. Bitte bedenken Sie, dass derzeit die Erkrankung an einer Influenza oder einem viralen respiratorischen Infekt wahrscheinlicher ist als eine Erkrankung an SARS-CoV-2.

Für die Influenzadiagnostik benötigen wir einen trockenen Nasen-/ Rachenabstrich.

Eine Abrechnung der SARS-CoV-2 Diagnostik als kassenärztliche Leistung ist nur bei Patienten möglich, die den Falldefinitionen des RKIs entsprechen.

 

Umgang mit Proben, Verpackung und Versand

Proben von Personen mit Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 müssen als solche gekennzeichnet sein und sollten getrennt verpackt und versandt werden. Hinweise zur Anamnese vermerken Sie bitte auf dem Anforderungsschein.

Probe bis zum Versand möglichst gekühlt lagern. Der Versand an das Labor kann mit dem Probentransportdienst unter Standardbedingungen erfolgen. Proben die nicht mit dem vom Labor organisierten Probentransportdienst verschickt werden, müssen entsprechend den Vorgaben des RKIs verpackt und versendet werden.

 

Präventionsmaßnahmen

Bei Patienten mit Verdacht auf eine Erkrankung durch das SARS-CoV-2 wird zunächst ein Vorgehen zur Prävention der Übertragung durch Tröpfchen empfohlen:

  • Patienten müssen außerhalb des Isolierzimmers einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz mit korrektem Sitz, tragen.
  • Die Unterbringung der Patienten erfolgt in Einzelzimmern (möglichst mit eigener Nasszelle), ggf. erfolgt Kohortenisolierung.
  • Das Personal verwendet FFP2  Masken, Schutzkleidung, Schutzbrille und Handschuhe
  • Konsequente Einhaltung der Basishygienemaßnahmen.

Handelt es sich um einen wahrscheinlichen Fall, oder eine mittels Labordiagnostik bestätigte Infektion, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Isolierung in einem Zimmer mit Vorraum/Schleusenfunktion
  • Verwendung von mindestens FFP2-Masken als Atemschutz
  • Sofern in den Patientenräumen eine raumlufttechnische Anlage betrieben wird, über die eine Verbreitung von Luft auf andere Räume möglich ist, ist diese abzustellen.
Für Rückfragen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung
  • Herr Dr. R. Fleischauer
    0611 - 95 68 0 - 66
  • Frau Dr. S. Stielow
    0611 - 95 68 0 - 24
  • Frau Dr. A. Limbach
    0611 - 95 68 0 - 22
  • Frau A. Esterl
    0611 - 95 68 0 - 61
  • Frau A. Baumeister
    0611 - 95 68 0 - 19

 

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Internetseiten

Links

 

Bitte beachten Sie auch die Orientierungshilfen: